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Traditionen in Aschheim

Maibaum

Aschheimer Maibaum
Aschheimer Maibaum

Die Tradition des Maibaumaufstellens geht nachweislich bis in das 16. Jahrhundert zurĂŒck. Im Maibaum fand und findet der Zusammenhalt und auch der Wohlstand eines Dorfes einen sichtbaren Ausdruck. TraditionsgemĂ€ĂŸ wird auch in Aschheim und Dornach alle 5 Jahre abwechselnd nach bayerischem Brauchtum ein neuer Maibaum durch die Freiwillige Feuerwehr aufgestellt und mit einem gebĂŒhrlichen Festakt gefeiert.

SchÀfflerzunft Aschheim

Vor ĂŒber 120 Jahren fassten 20 junge Burschen aus Aschheim den Entschluss, den SchĂ€fflertanz nach MĂŒnchner Vorbild in Aschheim aufzufĂŒhren. Aufzeichnungen aus dieser Zeit liegen leider keine vor. So mĂŒssen wir uns an die ErzĂ€hlungen unserer VĂ€ter und GroßvĂ€ter bzw. an das einzige BeweisstĂŒck, die Bildertafel mit allen Teilnehmern aus dem Jahre 1886, halten.

Eine dieser ErzĂ€hlungen sagt uns, dass sich die BrĂŒder Matthias und Franz Westermeier mit einem Pferdegespann auf den Weg in die Stadt MĂŒnchen machten, um sich dort den SchĂ€fflertanz anzusehen. Von diesem Tanz sehr beeindruckt, entschlossen sie sich, den Brauch nach Aschheim zu holen. Mit ihrer Idee fanden sie auch UnterstĂŒtzung bei ihrer Schwester und dem Schwager, den Wirtsleuten Magdalena und Josef Schreiber. Dort war auch ihre erste SchĂ€ffler-Herberge. Anzunehmen ist, dass ihnen (Westermeier und Schreiber) der MĂŒnchner SchĂ€fflertanz bereits bekannt war, denn sie waren in der traditionellen MĂŒnchner Gastronomie beschĂ€ftigt. Fest steht, dass der Metzger Matthias Westermeier der wichtigste Initiator war. Dies geht daraus hervor, dass er das Amt des Vorstandes, Reifenschwingers und VortĂ€nzers innehatte.

Die Àltesten schriftlichen Aufzeichnungen stammen aus dem Jahre 1928 vom damaligen Vorstand Georg Ertl.

Beherbergt waren die Aschheimer SchĂ€ffler von 1886 bis 1963 im Gasthof Schreiber. Von 1970 bis 1998 war die SchĂ€ffler-Herberge die GaststĂ€tte Bichler. FĂŒr die Jahre 2005 und 2012 haben sich die Wirtsleute Bichler (MĂŒnchner Hof), die Familie Lindinger (Hotel Gasthof zur Post) sowie die Familie Haller (Hotel Gasthof SchĂ€fflerwirt) gerne bereit erklĂ€rt, die SchĂ€fflerzunft Aschheim zu beherbergen und zu unterstĂŒtzen.

Die Kleidung des SchÀfflers

GrĂŒne Schlegelkappe mit Silberborte und weiß-blauer Feder.
Rote Joppe mit silberner Borte und Knöpfen.
Die Joppen der VorstÀnde, Reifenschwinger und VortÀnzer haben zwei Borten.
Weißes Hemd mit schwarzer Schleife.
Weiße Weste mit von rechts oben nach links unten verlaufendem Pestband.
Weiße Handschuhe, schwarze Bundhose, weiße StrĂŒmpfe.
Lederschaber, der ĂŒber der Bundhose getragen wird, mit zwei roten SchĂ€rpen.
Auf der einen SchÀrpe ist das Wappen der Aschheimer SchÀffler, auf der anderen
SchÀrpe ist das Aschheimer Wappen abgebildet.
Schwarze Haferlschuhe mit Spange.

Ursprung des MĂŒnchner SchĂ€fflertanzes

Die Entstehung des SchĂ€fflertanzes datiert vom Jahr 1517, als in MĂŒnchen die Pest auf grauenhafte Weise wĂŒtete und tausende von BĂŒrgern starben. Alles schwebte in furchtbarer Todesangst; alle HĂ€user und LĂ€den waren geschlossen. Die Bauern trauten sich nicht in die Stadt und es trat ein großer Mangel an Lebensmitteln ein. Das Elend hatte die höchste Stufe erreicht und selbst nach dem Verschwinden der Pest wagte sich lange Zeit niemand aus dem Hause, aller Verkehr stockte.

Da kam ein einsichtsvoller BĂŒrger auf den Gedanken, statt zu jammern und wehzuklagen, die Menschen durch ein lustiges Schauspiel aufzuheitern. Dieser BĂŒrger gehörte zur Zunft der "SchĂ€ffler".
Eines Tages erscholl auf einmal fröhliche Musik in den Straßen. Alles eilte an die schon lange nicht mehr geöffneten Fenster: Die SchĂ€ffler zogen zum Marktplatz, wo sie mit grĂŒnbelaubten Reifen einen Rundtanz auffĂŒhrten. Alles strömte aus den halb ausgestorbenen HĂ€usern dem Zuge nach und lachte herzlich. Viele waren gestorben, manche aber, von denen der eine den anderen lĂ€ngst tot glaubte, trafen sich. Bald wurde es wieder lebhaft in den Straßen. Die SchĂ€ffler hatten hiermit ihr Ziel erreicht.

Nach den Recherchen der MĂŒnchner SchĂ€ffler wird der MĂŒnchner SchĂ€fflertanz erstmals 1702 in den Archiven der Stadt MĂŒnchen erwĂ€hnt. In den Jahren 1730, 1746 und 1749 fanden nachweislich feste TĂ€nze statt. Seit 1760 wird der SchĂ€fflertanz alle sieben Jahre aufgefĂŒhrt. In diesem Jahr ist der 7-jĂ€hrige Turnus in den kurfĂŒrstlichen Kabinettsrechnungen nachweisbar. Ganz sicher hat sich der MĂŒnchner SchĂ€fflertanz in der langen Zeit seines Bestehens in der Choreographie und in der Kleidung der TĂ€nzer mehrmals verĂ€ndert. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der SchĂ€fflertanz in die heutige Form ausgebaut und von dem königlichen HoftĂ€nzer Reithmeier einstudiert.
(Auszug aus der originaenl Entstehungsgeschichte - verfasst von den MĂŒnchner SchĂ€fflern)

Warum wird der SchĂ€fflertanz alle sieben Jahre aufgefĂŒhrt?

Hierzu gibt es mehrere Vermutungen:

  1. In frĂŒherer Zeit soll alle sieben Jahre die Pest verstĂ€rkt aufgetreten sein.
  2. In der Mythologie gilt die Zahl sieben als GlĂŒckszahl.
  3. Neben dem SchĂ€fflertanz gab es frĂŒher in MĂŒnchen noch mehrere HandwerksbrĂ€uche wie z.B. den Metzgersprung. Man nimmt an, dass die SchĂ€ffler nach einem bestimmten Zeitplan der ZĂŒnfte eingesetzt wurden.
  4. Aus Dankbarkeit gab Herzog Wilhelm IV. damals den SchĂ€fflern das Recht, alle sieben Jahre ihren Tanz aufzufĂŒhren.